Wirtschaft

Die Seidenbörse (span. Lonja de la Seda; val. Llotja de la Seda) wurde zwischen 1482 und 1533 unter der Leitung des Steinmetzmeisters Pere Compte erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Gebäude der profanen Gotik in Europa. Sie besteht aus vier Teilen: dem Turm, dem Saal Consulado del Mar, dem Orangenbaum-Innenhof und dem Säulensaal. Der gesamte Komplex mit bebauten und unbebauten Zonen ist über 2000 m² groß. Seit 7. Dezember 1996 zählt die Lonja de la Seda zum UNESCO Weltkulturerbe.

Der Bau der Kathedrale von Valencia begann im Jahre 1262, auf den Grundmauern einer alten Moschee. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude oftmals umgestaltet. Auffällig sind die Puerta de los Apóstoles, aus dem 14. Jahrhundert, die Puerta del Palau, das älteste Portal der Kathedrale, romanisch mit Einflüssen aus dem Mudéjar, und die Puerta Barroca. Sehenswert auch der emblematische, an die Kathedrale angebaute, gotische Torre del Miguelete Turm, aus dem 14. Jhd., der als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt.

Zudem wird in der Kathedrale von Valencia in einer Seitenkapelle ein Kelch aus Achat als Reliquie aufbewahrt, der von den Gläubigen als Heiliger Kelch ( Heiliger Gral ) verehrt wird. Er könnte auch Ursprung der Sage um den Heiligen Gral sein. Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus.

Vor dem Apostelportal der Kathedrale tagt jeden Donnerstag das Wassergericht, ein einzigartiges öffentliches Verfahren, bei dem u.a. Streitigkeiten unter den Bauern des Umlandes (Huerta) über die Bewässerung der Felder geschlichtet werden.

  • Ciudad de las Artes y de las Ciencias Stadt der Künste und der Wissenschaften
    Die „Stadt der Künste und der Wissenschaften“ wurde vom valenzianischen Architekten Santiago Calatrava entworfen. Sie ist im ehemaligen Flussbett des Turia gelegen und umfasst folgende Sehenswürdigkeiten:
    • Palau de les Arts Reina Sofía
      Eine extravagante Oper und Musikpalast mit vier Sälen und 37.000 m Gesamtfläche.
    • L'Oceanogràfic
      Größtes Aquarium Europas, mit einer Vielzahl von Ozeanbewohnern z.B. aus dem Mittelmeer, Fische der freien Ozeane und Riffbewohner, Haie, Makrelenschwärme, Delfinarium, Arktis- und Antarktis-Bewohner (Weißwale, Pinguine), Küstenbewohner (z.B. Seelöwen), etc. Das L'Oceanogràfic stellt mittlerweile niedere Tiere wie Korallen, Quallen, Seeanemonen, etc. aus.
    • Museo de las Ciencias Príncipe Felipe Prinz Philipp-Museum der Wissenschaften
      Hier werden eine Auswahl von Naturgesetzen anschaulich illustriert, insbesondere für Kinder ab etwa 8–10 Jahren geeignet. Die Architektur des Museums orientiert sich an einer Kauri-Muschel.
    • L'Hemisfèric
      3D-Kino, konstruiert als sich öffnendes und schließendes Auge.
    • L'Umbracle
      Botanischer Garten neben dem Museum der Wissenschaften. Besonders abends – zur Blauen Stunde – beliebt.
  • Museu de Prehistòria de València Museum der frühen Geschichte Valencias
  • Museu Valencià d'Etnologia Valencianisches Museum für Ethnologie
  • Casa Museo Blasco Ibáñez
  • Casa Museo Concha Piquer
  • Casa Museo José Benlliure
  • Casa Museo Semana Santa Marinera
  • Galería del Tossal
  • IVAM – Instituto Valenciano de Arte Moderno – Centro Julio González Zentrum Julio González – Valencianisches Institut der Modernen Kunst
  • Museo Casa de las Rocas
  • Museo del Arroz Reis-Museum
  • Museo de Bellas Artes Museum der schönen Künste
  • Museo de Ciencias Naturales Naturwissenschaftliches Museum
  • Museo de Informática Informatik-Museum
  • Museo de la Asociación Valenciana de Arte y Tecnología Eléctrica – ARTTEL
  • Museo de la Catedral Museum der Kathedrale
  • Museo de la Ciudad Städtisches Museum
  • Museo del Colegio Arte Mayor de la Seda
  • Museo del Gremio de Artistas falleros Museum des Komitees der Fallas-Künstler
  • Museo del Juguete Spielzeug-Museum
  • Museo del Patriarca Museum des Patriarchen
  • Museo del Siglo XIX Museum des 19. Jahrhunderts
  • Museo Fallero Fallas-Museum
  • Museo de Historia de la Medicina Museum der Medizingeschichte
  • Museo de Historia de Valencia Museum der Geschichte Valencias
  • Museo Histórico Militar Museum der Militärgeschichte
  • Museo Histórico Municipal
    • Sala de Exposiciones del Museo Histórico Municipal
  • Museo Marítimo Joaquín Saludes Maritim-Museum Joaquín Saludes
  • Museo Municipal de Ciencias Naturales
  • Museo Municipal del 'Trenet'
  • Museo Nacional de Cerámica „González Martí“ González Martí-Nationalmuseum für Keramik
  • Museo Taurino de Valencia – Stierkampfmuseum
  • Museo Valenciano de Historia Natural Valencianisches Museum der Naturgeschichte
  • MUVIM – Museo Valenciano de la Ilustración y la Modernidad Valencianisches Museum der Illustration und der Moderne
  • Botanischer Garten
  • Zoologischer Garten
  • Stadtpark im alten Bett des Flusses Turia
  • El Tribunal de las Aguas ältestes Wassergericht in Europa

  • Valencia CF, Fußballmannschaft der ersten spanischen Liga, der Primera División.
  • Levante UD, Fußballmannschaft seit der Saison 2006/07 ebenfalls der Primera División.
  • Pamesa Valencia, Basketballmannschaft der ersten spanischen Liga, der ACB.
  • 2007 fand erstmals der America’s Cup, die bekannteste und prestigeträchtigste Segel-Regatta der Welt, in Valencia statt.
  • El Bosque Club de Golf, einer der besten 5 Golfplätze Spaniens, konzipiert von Robert Trent Jones Sr., ist nur wenige Kilometer außerhalb von Valencia gelegen.
  • Circuit Ricardo Tormo, eine Rennstrecke in der Nähe von Valencia
  • Im Jahr 2008 hat erstmalig der Große Preis von Europa am Hafen von Valencia stattgefunden. Das Formel-1-Event auf der neuerbauten Rennstrecke wurde vom 22. bis 24. August 2008 ausgetragen. Der Kurs ist 5,440 Kilometer lang und verfügt über elf Rechts- und 14 Linkskurven. Die zu erwartende Rundenzeit liegt um 1:37 Minuten, der Topspeed bei 320 km/h, die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 200 km/h. Zum Vergleich: Der Schnitt in Monaco liegt bei knapp 160 km/h. Baubeginn der neuen Rennanlage am America's-Cup-Hafen war Oktober 2007, im Juli 2008 wurde die Strecke vom Automobilweltverband FIA homologiert.

Bekannt ist die Stadt durch die jährlich stattfindenden „Fallas“. Die Fallas sind Feiern der Stadtvierteln zu Ehren von Josef, dem Zimmermann. Dabei stellen die einzelnen Stadtviertel übergroße Figuren aus Holz und Pappmaché aus, die „fallas“. Die fallas karikieren z.B. herausragende Ereignisse aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben auf oftmals recht satirische Art.

Die Fallas beginnen mit Anfang März und erreichen am 16.–19. März ihren Höhepunkt. Sie werden mit Umzügen durch die Stadtviertel in traditioneller Tracht, Festessen und Feuerwerken, gefeiert. Es gibt zwei verschiedene Kategorien von Feuerwerken: das eine sind die mascletàs die täglich um 14 Uhr auf der Plaça de l'Ajuntament stattfinden. Das andere sind die Castillos de fuegos artificiales die in den vier Nächten vor dem 19. März in den Nachthimmel geschossen werden. Am 17. und 18. März werden der Virgen de los Desamparados mit Umzügen Blumen dargeboten. Die Blumen werden vor der Basilika auf der Plaça de la Virgen zu einem 10 m hohen Marienbild zusammengesteckt. In der Nacht vom 19. zum 20. März werden die fallas-Pappfiguren zu Ehren von St. Josef in einem Akt namens cremà verbrannt. In der Nacht vom 18. auf den 19. März findet um 1.30 ein großes Feuerwerk statt, die sogenannte Valencianer nit del foc (span. noche del fuego/Nacht des Feuers).

Im Juli 2006 fand in Valencia das katholische Weltfamilientreffen mit Papst Benedikt XVI. statt, bei dessen Veranstaltungen bis zu 2 Millionen Menschen teilnahmen.

Die Küche Ostspaniens, der Levante, ist vom Reis, lokalen Gemüse und Fischfang geprägt. So kennen die Valencianer zahlreiche Varianten des traditionellen Reisgerichts Paella, das auf dem offenen Feuer zubereitet wird:

  • Paella Valenciana mit Huhn, Kaninchen, Riesenbohnen und grünen Bohnen
  • Paella marinera mit Fisch und Meeresfrüchten
  • Paella de verduras mit Gemüse

Die Paella ist ein traditionell valencianisches Gericht. Obwohl die spanische Küche sehr regional geprägt ist, hat die Paella in Spanien einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Da die spanische Küche einen recht regionalen Bezug hat, werden jedoch in den verschiedenen Regionen Spaniens von der traditionellen Paella Valenciana abweichende Versionen zubereitet. So wird beispielsweise die von den (Zentral-)Katalanen an ihre eigene regionale Küche angepasste Paella mit Huhn und Meeresfrüchten von der überwiegenden Mehrheit der Valencianer abgelehnt. Der zu verwendende Reis stammt aus dem Anbaugebiet La Albufera, ein See südlich von Valencia. Neben einer einzigartigen Artenvielfalt von Vögeln und Insekten wird dort auch Reis angebaut.

Natürlich gibt es in der valencianischen Küche auch eine Nudel-Paella. Sie wird Fideuà genannt und basiert auf Fisch und Faden-Nudeln.

Gern gegessen wird auch „Arroz al Horno“ (Reis aus dem Ofen) oder „Arroz a la Banda“ (Reis aus der Pfanne).

Typisch für Valencia ist auch die Horchata, ein Getränk aus Erdmandeln. Zur Horchata werden Fartons gegessen. Ebenso typisch ist die Cebada, ein Malzgetränk, das sich aus der Römerzeit erhalten hat.

Hochgelobt wird auch das „Agua de Valencia“, ein Mischgetränk aus spanischem Sekt Cava, frisch gepreßtem Orangensaft und anderen Zutaten.

Im Sommer wird gerne „Leche merengada“ gegessen, eine Art Sorbet auf Basis von Milch und Baiser („Merengue“), aromatisiert mit Zitronenschale und Zimt. Eine Kugel Leche merengada Eis (wahlweise auch Nata (Sahne-Eis) auf Kaffee-Sorbet) wird als „Blanco y Negro“ bezeichnet. Mit einer Kugel Mantecado (Vanille-Sahne-Eis) wird daraus das für Valencia typische „Nacional“.

Valencia ist außerdem für den Serrano-Schinken bekannt.

In der Umgebung Valencias, besonders in nördlicher Richtung, werden die Straßen von Orangenfeldern gesäumt. Valencia war und ist immer noch ein Zentrum für Zitrusfrüchte, doch immer öfter weichen die Felder in Meernähe größeren Baugebieten für Touristen. Außerdem kümmert sich häufig die folgende Generation nicht mehr um den Betrieb der Felder, lässt sie verkümmern oder spekuliert auf hohe Grundstückspreise. Viele Plantagen findet man heute deshalb auch in den angrenzenden Bergen. Viele davon werden noch von Familien betrieben.

Ein großer Arbeitgeber ist das bei Valencia gelegene Kernkraftwerk Cofrentes sowie das Ford-Werk im nahegelegenen Almussafes. Letzteres produzierte seit Gründung im Jahr 1976 über neun Millionen Automobile. Derzeit werden die Modelle Focus, Fiesta, Ka sowie der Mazda2 gefertigt. Das Ford-Werk beschäftigt 7.000 Menschen direkt und sorgt für 21.000 weitere indirekten Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben. Außerdem wird in der Region auch Reis u.ä. angebaut.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Valencia aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.