Die Wirkungen des Salzes werden auf drei Ebenen sichtbar. Bei Nichthalophyten führt dies zu Schädigungen, während die Halophyten durch unterschiedliche Mechanismen angepasst sind.
- Osmotische Effekte erschweren die Wasseraufnahme aus dem salzigen Medium (physiologische Trockenheit).
- Durch den Überschuss an Natrium kommt es zu einer Ionenimbalance, da die lebensnotwendigen Ionen Kalium, Calcium und Stickstoff von nicht angepassten Pflanzen nicht mehr in ausreichenden Ausmaß aufgenommen werden können. Es kommt zu einem durch Natrium induzierten Kaliummangel.
- Salzionen haben auch spezifische Effekte auf verschiedene Stoffwechselbereiche. Beispiele sind die Hemmung des Proteinstoffwechsels, eine Erhöhung der Aktivität des Pentosephosphat-Zyklus und eine Verminderung der Glykolyse.
Unter den Bodensalzen weist Natriumchlorid die größte Toxizität und an den meisten Standorten auch den größten Anteil auf, darauf folgen, nach Stärke der Giftwirkung Calciumchlorid, Magnesiumchlorid, Natrium- und Magnesiumsulfat.
Halophyten sind, abgesehen von den polaren Regionen der Arktis und Antarktis, auf allen Kontinenten verbreitet. Sie finden sich sowohl in europäischen Meeresregionen als auch in humiden, tropischen Regenwäldern oder ariden Salzsteppen, an Stränden abgelegener Inseln in Ozeanien, im alpinen Bereich von bis zu 3.100 Metern hoch gelegenen Salzseen und Salzquellen oder mitten in der Wüste (Sahara) auf natriumreichen Sanden. Wenngleich sie auch in allen nichtpolaren Klimazonen vertreten sind, bilden die tropischen und gemäßigten Breiten den Verbreitungsschwerpunkt.
Auf biogeografischer Ebene besitzt die Mehrheit der bekannten Arten ein räumlich eingeschränktes Verbreitungsgebiet. Weltweit verbreitete Pflanzen, so genannte Kosmopoliten, gibt es nur vereinzelt und ausschließlich unter obligaten Halophyten, wie beispielsweise der Salzbusch.
Alle natürlichen und naturnahen Habitate Europas sind durch die Rarität einzelner Salzpflanzenarten geschützt. Diese natürlichen, nicht durch den Menschen geschaffenen oder verursachten Lebensräume heißen Primäre Standorte. Sie weisen meist eine große Populationsdichte auf. Die Artenvielfalt ist aufgrund des extremen Standortes oft relativ gering.
Die zwei wichtigsten küstennahen Lebensräume der Halophyten sind die Salzwiesen, die in gemäßigtem, und die Mangrovenwälder, die in tropischem und subtropischem Klima vorkommen. Fast alle Salzpflanzen sind, wenn auch teilweise xerophytisch austrocknungsresistent, zur ständigen Salzverdünnung auf eine lokale Wasserstelle angewiesen.
In Uferbereichen der gemäßigten Klimazone finden sich an Flachküsten im Bereich der mittleren Hochwasserlinie schlickige Marschgebiete, die bei höheren Wasserständen überflutet werden. Solche salzigen Bereiche, Salzwiesen genannt, sind Lebensraum vieler Blütenpflanzen, die an diese extremen Verhältnisse angepasst sind. Die Besiedlung der Salzwiesen erfolgt in Abhängigkeit von der Höhe über dem mittleren Hochwasser und somit vom Salzgehalt und wird nach der Vegetation in verschiedene Zonen unterteilt.
In Deutschland sind die Salzwiesen großteils geschützt, etwa im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Im Gezeitenbereich flacher, tropischer Küstenregionen findet sich das Ökosystem der immergrünen Mangroven. Besonders in den warmen Gebieten um den Äquator entwickeln sich z.T. mehr als 30 m hohe, artenarme Gezeitenwälder. Mangrovenbäume gehören zu den wenigen Gehölzen mit ausgeprägter Salzresistenz. Auffällig sind die oberirdischen Teile des Wurzelsystems vieler Mangrovenarten (z.B. Stelzwurzeln bei Rhizophoreae, Pneumatophoren bei Avicennia u.a.), die das unterirdische Wurzelsystem im anoxischen Sediment mit Sauerstoff versorgen und die Standfestigkeit der Bäume erhöhen. In welchem Maße die Ablagerung von Sedimenten im Bereich der Mangrovenwurzeln die Küstenlinie stabilisiert, ist strittig.
In Mitteleuropa sind Salzstandorte im Binnenland recht selten. Bekannte Beispiele sind die Salzwiesen um das Kyffhäuser Gebirge in Thüringen, die „Pannlake“ im Naturschutzgebiet Hollerland in Bremen oder die Salzlacken im Seewinkel östlich des Neusiedler Sees. Für das Auftreten von Salzstandorten abseits der Meeresküsten sind zwei Faktoren wichtig: Im Untergrund befinden sich Salzlagerstätten und zumindest in manchen Jahreszeiten ist die Verdunstung höher als der Niederschlag, so dass sich die Salze an die Bodenoberfläche gelangen und nicht ausgewaschen werden. Gerade an solchen Standorten treten nicht nur Natriumchlorid auf, sondern auch Magnesium, Carbonate und Sulfate.
Daneben finden sich Halophyten seltener im Gebirge, wobei im Fels eingeschlossene Salze oder hoch gelegene Salzquellen und -seen Grundlage für dieses etwas ungewöhnliche Habitat sind. Tagsüber bietet der oft steinige Untergrund eine Wärmeabsorption, so dass die Pflanzen in der Nacht nicht durch Kältetod sterben. Auch können an Steilküsten typische salztolerante Felsbesiedler wie Meerfenchel, Meersenf, Meerrübe und Strandflieder auftreten. Sie sind fähig, ihre Wurzeln tief im Gestein zu verankern, um bei Sturmflut nicht abgespült zu werden.
Große Flächen nehmen Salzpflanzen in den trockenen (ariden) Gebieten der Erde ein, die zumindest so viel Niederschlag erhalten, dass sich mit dem aufgrund der Verdunstung aufsteigenden Bodenwasser die Salze an der Oberfläche konzentrieren können. Die Salzpflanzen trockener Standorte werden Xerohalophyten genannt. Im folgenden sollen einige Gebiete mit xerophytischer Vegetation exemplarisch vorgestellt werden.
Im Ebro-Becken (Spanien) trifft das kontinentale Klima mit abflusslosen Salzseen zusammen. Auf den gipshaltigen Böden wachsen etliche endemische Gypsophyten, zum Beispiel Lygeum spartum. In Australien nimmt die Chenopodiaceen-Halbwüste (Saltbush) große Flächen im Süden des Kontinents ein. Auf den salzigen Böden (nur rund 0,1 % Chloride) wachsen Arten der Gattungen Atriplex und Maireana, während auf den Sandflächen Nicht-Halophyten (Akazien u.a.) wachsen. Die Maireana-Sträucher können bis 300 Jahre alt werden. In Iran, Afghanistan und weiten Bereichen Zentralasiens sind die Böden salzhaltig. In Zentral-Afghanistan kommen Halobiome noch in 3.100 Meter Seehöhe vor (Dasht-e-Nawor). Die inneriranischen Becken, die Kawire, sind vielfach extrem versalzt und absolut vegetationslos. In den Randbereichen treten typische, Chenopodiaceen-reiche Haloserien auf. In den zentralasiatischen Wüsten tritt Halophytenvegetation in feuchten Senken (Salzpfannen, Shory) und um Salzseen auf. Die am stärksten salzresistente Salzpflanze dieser Gebiete ist die polsterbildende Halocnemum strobilaceum (Chenopodiaceae). Für die Karakum-Wüste der halophytische Strauch Haloxylon persicum (Weißer Saksaul, Chenopodiaceae) die Charakterpflanze. Die Salzstandorte Zentralasiens reichen über das Kaspische Meer bis nach Europa. Im Norden der Halbinsel Krim befindet sich das Faule Meer (Sivash), das im Sommer austrocknet, und von wo Salz nach Norden geweht wird, wo es eine Sodaverbrackung (Solonzierung) des Boden bewirkt. Die Salzböden Südrusslands werden Solonchak genannt. Im Great Basin in Nordamerika um den Großen Salzsee gibt es riesige Salzgebiete. Die wichtigste Art ist Atriplex confertifolia (englisch shadscale), die in den USA rund 150.000 km² bedeckt. Im Death Valley sowie im San Joaquin Valley in Kalifornien treten boraxreiche Salzstandorte auf, die besonders von Atriplex hymenelytra, Suaeda torreyana und Bassia-Arten besiedelt werden. In der südamerikanischen Pampa treten Salzpfanne auf, wie die Laguna La Picaza in der Provinz Santa Fe, deren Sodaverbrackung pH-Werte von 10 erreichen kann und wo besonders Distichlis-Rasen wachsen. In stärker ariden Gebieten tritt verstärkt Chlorid-Sulfat-Verbrackung auf, vor allem im westlichen Teil der Pampa.
Neben den primären Standorten gibt es auf Bergwerks- und Industriegelände sowie entlang von Verkehrswegen sekundäre, anthropogene Salzstellen, also solche, die erst durch Einwirkung des Menschen entstanden sind. Die Pflanzenwelt solcher Habitate gehört zur Ruderalvegetation, da es sich um krautige Arten handelt, die zudem nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Wichtigster Standortsfaktor ist der erhöhte Salzgehalt, der durch verschiedene Handlungen, wie beispielsweise das Salzen der Straßen im Winter zustande kommt; mechanische Störungen spielen erst in zweiter Linie eine Rolle. Sekundäre Lebensräume stellen Inselhabitate für Halophyten und halobionte Tiere dar, so dass sie auch für die biogeographische Forschung von Bedeutung sind. Als besonders interessant hat sich das Studium der Besiedlung von Abraum- und Rückstandshalden der Kali-Industrie erwiesen, die man als „Inselberge“ der Kulturlandschaft einstufte. Dort fand man bislang im Binnenland seltene oder nicht beobachtete Arten, die vorher nur von primären Standorten bekannt waren. Bezogen auf die Populationsgrößen vieler bedrohter Halophyten fungieren die Sekundärstandorte inzwischen als wichtige Refugien.