Durch die Vielzahl unterschiedlicher Böden und Klimazonen findet man in Israel auch verschiedene Vegetationslandschaften. Es folgen einige typische Beispiele.
- Eichenwälder: Dieser Wald ist sehr widerstandsfähig gegen Feuer, Beweidung und Holzentnahme. Er geht nach Süden in die Macchie über, eine Strauchsavanne. Es gibt regional unterschiedliche Formen dieses Waldes: Im nördlichen Galiläa findet man neben der gewöhnlichen Eiche (Quercus calliprinos) die Terebinthe (Pistacia atlantica), den Lorbeer (Laurus nobilis) und den Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua). In der Scharon-Ebene und im Hule-Tal herrschen die Tabor-Eiche, die atlantische Terebinthe (Pistacia atlantica) und der Styrax (Styrax officinalis) vor. Auf dem Karmel dagegen nimmt die Aleppokiefer (Pinus halepensis) den Hauptanteil ein, die jedoch von verschiedenen Arten von Eichen begleitet wird. Von diesem Wald sind im restlichen Israel nur kleine Reste erhalten, er war in biblischer Zeit häufiger.
- Feuchtgebiete: Sümpfe und Flüsse sind auf die Küstenebene und das Jordantal beschränkt. Hier findet man typische Uferpflanzen wie Schilf (Phragmites australis), Papyrus (Cyperus papyrus), stachlige Binse (Juncus acutus), Oleander (Nerium oleander). Daneben gibt es Uferwälder aus Weiden (Salix spp.), Platanen (Platanus orientalis) und Tamarisken (Tamarix spp.).
- Strauchsavannen: In vom Menschen entwaldeten Gebieten siedelt sich bald eine Strauchvegetation an. Der Hauptvertreter ist der dornige Burnet (Sarcopoterium spinosum). Viele einjährige Pflanzen und viele Gräser blühen in diesen Zwergstrauchgesellschaften in der kurzen Regenzeit.
- Steppen: Je nach Bodenart findet man in den Steppen häufig Weißen Wermut (Artemisia herba-alba), Schafgarbe (Achillea santolina), der Zwergstrauch Schwarzer Hammada (Hammada scoparia), verschiedene andere Straucharten und niedrige Tamarisken. Auf salzhaltigem Boden findet man die Wüstensalzmelde (Suaeda asphaltica) und die blaugrüne Melde (Atriplex glauca).
- Sandwüsten: Im Negev wachsen auf den Dünen der einsamige Wermut (Artemisia monosperma), der weiße Ginster (Retama raetam) und verschiedene ausdauernde Gräser.
- Oasen: An den Mündungen der Jordanzuflüsse in Judäa und am Toten Meer findet man eine Vielzahl tropischer Baumarten. Dazu gehören die Akazie (Acacia ssp.), der Banbaum (Moringa) und der Jerichobalsambaum (Balanites aegyptica). Außerdem findet man hier Kleinsträucher und Stauden wie Lavendel (Lavendula), Cassia (Cassia) und Eibisch (Hibiscus).
In diese Liste wurden nur einige der häufig erwähnten Arten einbezogen.
Obstbäume und -sträucher
- Weinrebe (Vitis vinifera) (Dtn 8,7-8 EU) - (Joh 15,1-2;5 EU)
- Olivenbaum / Ölbaum (Olea europaea) (Gen 8,11 EU) - (Ri 9,8-9 EU) - (Röm 11,17-18 EU)
- Feige (Ficus carica) (Gen 3,7 EU) - (Mt 24,32 EU)
- Dattelpalme (Phoenix dactylifera) (Ps 92,13 EU) - (Joh 12,12-13 EU)
- Granatapfelbaum (Punica granatum) (Num 13,24 EU) - (Hld 4,3 EU)
- Apfelbaum (Malus sylvestris) (Hld 2,3 EU)
- Judasbaum (Cercis siliquastrum) (Mt 27,5 EU)
Feldfrüchte
- Hartweizen (Triticum durum) (Dtn 8,8 EU) - (1 Kön 5,24-25 EU)
- Gerste (Hordeum vulgare) (Rut 1,22 EU) – (Joh 6,8-9 EU)
- Rispenhirse (Panicum miliaceum) oder Sorghum (Sorghum bicolor) (Ez 4,9 EU)
- Flachs (Linum usitatissimus) (Ex 9,31 EU) - (Joh 19,40 EU)
- Lauch (Allium porrum), Zwiebel (Allium cepa) und Knoblauch (Allium sativum) (Num 11,5-6 EU)
- Linse (Lens culinaris) (Gen 25,34 EU)
Kräuter
- Syrischer Ysop (Origanum syriacum) (Ex 12,21-22 EU) - (Joh 19,28-30 EU)
- Zwerg-Zichorie (Cichorium pumilum) und Reichardia (Reichardia tingitana) (Ex 12,8 EU)
- Rossminze (Mentha longifolia), Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) und Dill (Anethum graveolens) (Mt 23,23 EU)
Bäume und Büsche
- Libanon-Zeder (Cedrus libani) (2 Chr 2,3 EU) - (Jes 41,19 EU)
- Eichen (Quercus ithaburensis, Quercus calliprinos) (Gen 35,8 EU) - (Hos 4,13 EU)
- Terebinthe (Pistacia atlantica, Pistacia palaestina) (Gen 35,4 EU)
- Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) (1 Kön 6,23 EU) (Dieses Holz wird in manchen Übersetzungen mit „wilder Ölbaum“ wiedergegeben)
- Akazie (Acacia raddiana) (Ex 26,15 EU)
- Styraxbaum (Styrax officinalis) (Gen 30,37 EU) (Dieser Baum wird häufig mit “Weißpappel” übersetzt)
- Myrte (Myrtus communis) (Neh 8,15 EU) - (Jes 41,19 EU)
- Lorbeer (Laurus nobilis) wird häufig als Esche oder Fichte übersetzt (Jes 41,19 EU)- (Jes 60,13 EU)
- Wacholder (Juniperus exelsa) (1 Kön 5 EU)
Pflanzen in Feuchtgebieten
- Morgenländische Platane (Platanus orientalis) (Sir 24,14 EU) - (Ez 31,8 EU) - (Jes 41,19 EU)
- Euphrat-Pappel (Populus euphratica) (Ez 17,5 EU) (Dieser Strauch wird häufig mit „Ufergewächs“ wiedergegeben.)
- Weiden (Salix alba, Salix acmophylla) (Jes 44,3-4 EU)
- Schilf (Phragmites australis) (1 Kön 14,15 EU) - (Mt 27,29 EU)
- Sumpfbinse (Scirpus lacustris) (Jes 9,14 EU) – (Jes 58,5 EU)
- Echter Papyrus (Cyperus papyrus) (Ex 2,3 EU) (Das sprichwörtlich gewordene Binsenkörbchen des Mose bestand aus Papyrus.)
Wüstenpflanzen
- Sennabusch (Senna alexandrina) (Ex 3,2-4 EU) - (Apg 7,30 EU)
- Manna: Die Israeliten ernährten sich laut (Ex 16,4.31 EU) von einem geheimnisvollen Brot, das Gott vom Himmel regnen ließ. Es könnte sich dabei um die süße Ausscheidung eines Insekts handeln, das von dem Pflanzensaft aus Nil-Tamarisken (Tamarix nilotica) oder weißer Hammada (Hammada salicornica) lebt. Für die Ernährung eines ganzen Stammes hätte diese Süßigkeit aber nicht ausgereicht.
- Ginster (Retama raetam) (1 Kön 19,4 EU)
- Hammada (Hammada salicornica, Hammada scoparia) (Jer 2,22 EU) (Lauge oder Seife wurde aus der Asche bestimmter Pflanzenarten durch Verkochen mit Olivenöl hergestellt, dafür dienten vor allem Hammada und andere Kräuter aus der Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae).
- Aloe (Aloe vera) (Joh 19,40 EU)
Dornen und Disteln
- Christdorn (Ziziphus spina-christi) oder Christusdorn (Paliurus spina-christi) (Ri 9,14-15 EU)- (Mt 27,27-29 EU)
- Brombeere (Rubus sanguineus) (Lk 6,44 EU)
- Iberische Flockenblume (Centaurea iberica) (Hos 10,8 EU)
- Golddistel (Scolymus maculatus, Scolymus hispanicus) (Hi 31,39-40 EU) - (Hld 2,2 EU)
- Brennnesseln (Urtica urens, Urtica pilulifera), die weder Dornen haben noch Disteln sind (Zef 2,9 EU)
Feldblumen
- Kronen-Anemone (Anemone coronaria) (Mt 6,28-30 EU)
- Klatschmohn (Papaver rhoeas) (Jes 40,6.8 EU)
- Madonnen-Lilie (Lilium candidum) (1 Kön 7,19 EU) - (Hos 14,5 EU)
- Phönizische Rose (Rosa phoenicia) (Sir 24,14 EU)
Heilkräuter, Gewürze und Duftstoffe
- Weißer Wermut (Artemisia herba-alba) (Jer 23,15 EU) (Wermut wird für Tee verwendet und als Heilkraut gegen Würmer.)
- Wilder Kürbis (Citrullus colocynthis) (2 Kön 4,39-40 EU) (Die Frucht dient als Heilmittel gegen Magenschmerzen, in größeren Mengen wirkt sie aber giftig.)
- Gefleckter Schierling (Conium maculatum) (Klgl 3,19-20 EU)
- Herbst-Alraune (Mandragora autumnalis) (Gen 30,14-15 EU) (Die Pflanze galt als Aphrodisiakum und wurde auch Liebesapfel genannt.)
- Hennastrauch (Lawsonia inermis) (Hld 1,14 EU) (Aus dem Pulver aus getrockneten Blättern wurde ein Farbstoff gewonnen, mit dem man Stoffe, Wände und Körper bemalte.)
- Rizinus (Ricinus communis) (Jona 4,6-7 EU) (Das Öl der Pflanze dient als Heilmittel.)
- Weihrauchstrauch (Boswellia sacra) (Ex 30,34-35 EU) - (Mt 2,11 EU)
- Balsambaum (Commiphora abyssinica, Commiphora myrrha) (Ps 45,9 EU) - (Mt 2,11 EU) (Das Harz (= Myrrhe) ist Bestandteil heiliger Öle und Schönheitsmittel, Duftstoff im Tempel und dient zur Einbalsamierung der Toten).
- Safran (Crocus sativus] dient im Hohelied zur Beschreibung des wunderbaren Lustgartens, den Israel darstellt (Hld 4,13-14 EU)
- Senf (Brassica nigra) (Mt 13,31ff EU)
- Schwarzkümmel (Nigella damascena) (Jes 28,27 EU)
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