Funktionsweise

Gewächs- bzw. Glashäuser gibt es in sehr verschiedenen Größen von wenigen Quadratmetern bis zu riesigen Palmenhäusern. In einem Kleingarten genügen schon 1–2 ausrangierte Fenster, um ein niedriges Gewächshaus zu bauen, dessen Klima sich durch Öffnen der Glasflächen regeln lässt.

Ein Gewächshaus verfügt mindestens über

  • eine für Licht durchlässige Abdeckung, meist aus Glas oder Glasfaser, bzw. Kunststoff-Folien (PMMA, Hohlkammerplatten, auch Doppelstegplatten genannt, aus Polycarbonat, PVC oder PE). Manchmal werden auch Insektennetze oder sog. Schattiergewebe verwendet.
  • eine Beetfläche – entweder am Boden, als Hochbeet, auf Tischen oder Hängevorrichtungen.
  • eine schützende Konstruktion, entweder aus Mauerwerk von geeigneter Höhe, aus Metallrahmen oder anderen Bauteilen.
  • eine Lüftung (auch zur Temperaturregelung).

Viele Gewächs-/Glashäuser besitzen ferner:

  • Anlagen zur Bewässerung bzw. zur Beregnung
  • Heizungsanlage
  • Schattierungsanlage
  • elektrische oder elektronische Steuerung
  • eine zusätzliche Isolierung aus UV-stabilisierter Luftpolsterfolie

Zur weiteren Ausstattung kann gehören:

  • Ein sogenannter Energieschirm
  • eine Verdunklungsanlage
  • (künstliche) Belichtungsanlage
  • CO2-Düngungsanlage
  • Wärmepuffertank/ Wärmespeicher
  • Kraftwärmeanlage/ Kraft-Wärme-Kopplung
  • Klimaregelung/ Gewächshauscomputer
  • Bewässerungsautomation

Man unterscheidet bei den Gewächshäusern je nach Innenraumtemperatur

  • das Kalthaus für Temperaturen unter 12 °C,
  • das Temperierte Haus für Temperaturen von 12 °C–18 °C,
  • das Warmhaus (Treibhaus, engl. Hothouse) für Temperaturen über 18 °C.

Bei Sonneneinstrahlung kommt es zu einer starken Erwärmung im Gewächshaus. Der Grund dafür ist eine Art Wärmestau: die Energie der Sonnenstrahlung erwärmt zunächst den Boden, die Pflanzen und Teile des Gewächshauses, doch die von ihnen wieder abgegebene Wärmestrahlung (Infrarot) wird vom Raum zurückgehalten.

Dieser Glashauseffekt (Benennung von J. Fourier) wird oft bei Wohnhäusern (Wintergarten) und Dachflächen (z. B. Ateliers) genützt, doch auch im Großen bei Orangerien und Schlössern. Die vom aufgeheizten Innenraum erwärmte Luft wird bei geschlossenen Glasflächen von außen nur wenig abgekühlt, weil der Luftaustausch gering ist. Hingegen wird fast alle Infrarotstrahlung vom Glas und dem Bau selbst in den Raum zurück reflektiert („selektive Transparenz“).

Allerdings kann sich an einem normalen Sonnentag die Innentemperatur auf pflanzenschädliche 35 °C und mehr erhöhen. Daher muss man Gewächshäuser auch lüften können, was meist mit Dach- oder Stehwandlüftung erfolgt.

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