Das im 18. Jahrhundert entstandene Bildprogramm des Nymphenburger Gartens ist der römischen Mythologie entlehnt. Die Skulpturen stellen die sechzehn Hauptgottheiten des Olymp dar. Ihre Aufstellung wurde mit der Umgestaltung zum englischen Landschaftspark verändert; heute befinden sich im Gartenparterre nur noch zwölf Statuen, vier wurden an die Große Kaskade versetzt. Männliche und weibliche Gottheiten wechseln einander ab. Die meisten Standbilder sind in Laaser und Sterzinger Marmor ausgeführt, die Sockel bestehen aus rotem Tegernseer Marmor oder Tuffstein.
Das Bildprogramm des Barockgartens war wesentlich reichhaltiger, als es die heutige Gartenausstattung vermuten lässt. So befanden sich an vielen Stellen des Parterres Figuren und Ziervasen aus vergoldetem Bleiguß, die zwölf Vasen hatte Guillielmus de Grof 1717–22 angefertigt. Die Wege an der Großen Kaskade waren mit vierzehn Figurengruppen aus Blei ebenfalls von Guillaume de Grof geschmückt; zwölf der Puttendarstellungen stellten die Monate des Jahres, zwei weitere die Erdteile dar. Sie wurden 1753–54 von Charles de Groff, dem Sohn Guillaumes, repariert und ihm Gartenparterre aufgestellt. Keine der bleiernen Figuren und Vasen ist noch vorhanden. Sie wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts als unzeitgemäßß angesehen. Außerdem setzte ihnen die Witterung zu, sie wurden löcherig, Teile brachen ab, die eisernen Innenstützen rosteten – ein Sturz von ihrem Sockel runinierte eine Skulptur meist vollends.
Die Ausstattung mit Marmorstatuen ging außerordentlich schleppend voran, über viele Jahre bildeten Stuckmodelle ein Provisorium. Die ersten Entwürfe für die heutigen Marmorstandbilder stammten von Franz Ignaz Günther, Johann Baptist Hagenauer und Johann Baptist Straub. Über die Zuschreibung im Einzelnen gibt es abweichende Forschungsergebnisse.
Das Gartenparterre weist zwei Arten plastischen Schmucks auf. Es handelt sich um zwölf große Statuen auf Sockeln und zwölf gesockelte Ziervasen mit figürlichen Reliefs alle in Form von Puttenreigen passend zur mythologischen Thematik der Statuen.
Während die Vasen an den Schmalseiten der vier das Gartenparterre bildenden Kompartimente aufgestellt sind, befinden sich die Standbilder an ihren Längsseiten. Von der gartenseitigen Schlosstreppe aus betrachtet sind dies ganz links: Merkur, Venus, Bacchus; ganz rechts: Diana, Apollo, Ceres; am Mittelweg einander gegenüberstehend: Kybele und Saturn, Jupiter und Juno, Proserpina und Pluto.
Roman Anton Boos schuf alle Ziervasen (1785–1798) und die Figuren des Bacchus (1782), des Merkur (1778), des Apollo (1785), der Venus (1778), der Diana (1785) und der Ceres (1782). Dominik Auliczek fertigte die Statuen der Proserpina (1778), der Juno (1791–92), des Pluto (1778) und des Jupiter (1791–92). Die Figuren des Saturn und der Kybele stammen von Giovanni Marchiori (beide 1765 aus Treviso geliefert, an der Plinthe signiert) und sind in Carrara-Marmor gefertigt.
Die älteren Standbilder, Kybele und Saturn, unterscheiden sich stilistisch von allen später entworfenen Figuren. Die harten Gesichtszüge der Kybele, deren Haupt eine Mauerkrone ziert, und die drastische Pose des Saturn, der im Begriffe ist, einen seiner Söhne zu verschlingen, vermitteln Zerstörung und Grausamkeit, was im Rahmen eines fürstlichen Lustgartens verwundert.
Zwischen dem oberen und dem unteren Kaskadenbecken befinden sich beiderseits des fallenden Wassers zwei Liegefiguren mit Urnen von Giuseppe Volpini, Sinnbilder der Flüsse Isar und Donau (1715–1717). Acht Standbilder sind symmetrisch um das obere Becken gruppiert; sie sind wie diejenigen im Gartenparterre gesockelt. Es sind dies: Herkules (1718–1721), Minerva (1722–1723), Flora und Äolus (beide um 1728) ebenfalls von Giuseppe Volpini, Mars und Pallas (beide um 1777) und Amphitrite mit einem Delphin (1775) von Roman Anton Boos, sowie Neptun von Guillaume de Grof (um 1737). Die Flussgötter haben ihre Vorbilder im Garten des Versailler Schlosses. Die Standbilder von Volpini befanden sich ursprünglich im Garten des Schleißheimer Schlosses.
Am Weg von der Badenburg nach Norden befindet sich linker Hand die von Buschwerk umgebene Skulptur des Ruhenden Pan, der in Gesellschaft eines Ziegenbocks auf der Hirtenflöte (Syrinx) spielt. Die Sitzfigur von 1815 stammt von Peter Simon Lamine, der hier sein Motiv von 1774 aus dem Schlosspark Schwetzingen wiederholt. Sie ist in Carrara-Marmor ausgeführt und steht auf einem Nagelfluhfelsen. Eine künstliche Quelle am Fuß des Felsens speist einen kleinen Bach, der unter Bäumen zwanglos in nordöstlicher Richtung fließt. Es handelt sich um die einzige Gartenstaffage, die während Friedrich Ludwig von Sckells bayerischer Amtszeit verwirklicht wurde. Pan ist der griechische Schutzgott der Hirten und Herden, er symbolisiert die ungezügelten Kräfte der Natur. Pan-Darstellungen zählen zu den beliebten Motiven in den Skulpturenprogrammen der Gartenkunst.
Vor dem Eisernen Haus befindet sich eine Brunnenfigur eines Knaben, der von einem Delphin in die Tiefe gezogen wird. Sie wurde 1816 von Peter Simon Lamine auf Veranlassung Max Josephs I. in Sandstein angefertigt. Das Vorbild steht im Vatikan. Die Darstellung des Delphins als fischartiges Ungeheuer war zeitgenössisch üblich.
Ein ähnlicher Brunnen befindet sich vor dem Geranienhaus. In seiner Mitte befindet sich ein verwandtes Motiv: ein Knabe, der auf einem Delphin reitet. Die Skulptur wurde von Johann Nepomuk Haller nach einem Entwurf von Lamine angefertigt (1818).
Eine Gruppe mit vier Figuren auf einem gemeinsamen Sockel schmückt den mittleren Blumengarten. Die Statuen zeigen Paris, Venus, Juno und Minerva (von links nach rechts), sie wurden von Landolin Ohmacht in Sandstein ausgeführt (1804-1807).
Den Park durchzieht ein kunstvolles System von Fußwegen. Es gestattet auch lange Spaziergänge, ohne dass Strecken zweimal begangen werden müssen. Alle Wege sind wassergebunden ausgeführt, zusätzliche Fahrwege wie im Englischen Garten existieren nicht.
Im großen Parterre und in den Blumengärten orientiert sich das Wegenetz an den geraden Linien des französischen Gartens: Vom mit feinem Kies belegten Platz vor der gartenseitigen Schlosstreppe führt eine raumgreifende Verbindung zur Gartenfontäne und weiter zum Endbassin des Mittelkanals; der Spaziergänger bewegt sich dort auf der großen Ost-West-Achse, die den Mittelbau des Schlosses zum Zentrum hat. Nördlich und südlich befinden sich parallel dazu zwei Wege, beide mit Sitzbänken, Baumreihe und Hecke. Parallele Wege begleiten den Mittelkanal dann weiter bis zum unteren Bassin der Großen Kaskade, dieses und das obere Bassin sind trapezförmig und rechteckig von Wegen umschlossen. Damit ist der Bereich geometrischer Verbindungen erschöpft.
Im südlichen Amalienburger Gartenteil und im gesamten Landschaftspark befinden sich ausschließlich Wege, die in mannigfaltigen Schwüngen ein großzügiges Netz mit unregelmäßigem Grundriss bilden. Es vermittelt dem Spaziergänger ein Gefühl ungezwungener Bewegung in einem Landschaftsraum, der einen eigenen, in sich geschlossenen Kosmos darstellt, dessen Besucher sich der alltäglichen Welt entrückt wähnen. Ein erheblicher Anteil der Wege führt durch Wald, dessen Saum an vielen Stellen jedoch so gestaltet ist, dass er nicht immer bis an den Weg heranreicht: ein besonderes, für Friedrich Ludwig Sckell typisches Gestaltungsprinzip. Das von Sckell geschaffene Wegesystem wurde bis heute kaum verändert Es ist der Schlüssel zum Erleben der Landschaftsinszenierung des Nymphenburger Parks.
Bereits durch die Einbeziehung der Wasserflächen, die als kleine, glitzernde Flecken in den beiden Durchsichten erkennbar bleiben, entsteht eine unerwartete Tiefenwirkung; die Ausdehnung des Parks erscheint gesteigert. Dieser Effekt entwickelt sich dem Betrachter erst nach längerem Hinsehen. Die Durchsichten erhalten die Funktion eines Perspektivs in eine idyllische Welt. Die je nach Tages-, Jahreszeit und Witterung wechselnden Beleuchtungsverhältnisse geben immer neuen Nuancen Gelegenheit, sich zu entfalten, sogar der Himmel scheint manchmal in die Inszenierung mit einbezogen.
Der Waldbereich des barocken Gartens war Teil eines umfangreichen Waldgebietes, das bis in die Starnberger Gegend reichte und von dem nur Teile erhalten sind. Nach Norden schließt sich das Kapuzinerhölzl an. Um Wildwechsel zu unterbinden, wurde zwischen 1730 und 1735 eine Gartennmauer errichtet. Sie umschließt den gesamten Park fast vollständig, ausgenommen die Ostseite, die vom Schlossgebäude begrenzt wird. Die Mauer ist grob verputzt, an zwei der westlichen Ecken befindet sich je ein funktionsloses Rundtürmchen.
Die eigentümliche Bezeichnung Ha-Ha, hier Aha genannt, für eine tiefer gelegte Mauer oder für einen Graben, der ein Teilstück einer Gartenmauer ersetzt, stammt von der Überraschung des Spaziergängers, wenn er diesen Kunstgriff zur visuellen Erweiterung des Gartens entdeckt. Der Ha-Ha wurde im frühen 18. Jahrhundert in die Gartenkunst eingeführt, seine Konstruktionsweise von Antoine-Joseph Dézallier d’Argenville beschrieben.
Im Nymphenburger Park finden sich gleich vier Ha-Has, drei große und ein kleineres, drei liegen im südlichen Parkteil. Sie verlängern die Sichtmöglichkeiten durch die Wiesentäler bis ins Umland. Alle Ha-has wurden erst im Zuge der Umgestaltung zum Landschaftspark von Sckell geschaffen. Das Südliche Durchsicht endet im Pasinger Ha-Ha, es stammt aus dem Jahr 1807. Das Löwental führt zum Löwental-Ha-Ha und das Wiesental in Richtung Laim zum Laimer Ha-Ha, beide von 1810. Im nördlichen Parkteil beschließt das Menzinger Ha-Ha die Nördliche Durchsicht. Ursprünglich waren Fernsichten bis zur Blutenburg, nach Pipping und zu den Alpen möglich. Heute sind diese Sichtachsen teilweise verbaut.
Eine besondere Attraktion für das Auge des Besuchers stellen die langen Sichtschneisen dar, die von der gartenseitigen Schlosstreppe eingesehen werden können und zum ruhigen Betrachten und Erleben von Licht, Schatten und Farbnuancen abhängig von Tages- und Jahreszeit einladen. Die nach Westen weisende Mittelachse führt das Auge entlang des Kanals zur in der Ferne erahnbaren Kaskade, über der an Sommerabenden der Sonnenuntergang beobachtet werden kann – ein Symbol absolutistischer Größe, das Friedrich Ludwig Sckell bei seiner Umgestaltung zum Landschaftspark hat bestehen lassen. Rechts und links der Mittelachse führen zwei symmetrische Sichtschneisen in die idyllische Parklandschaft und vermitteln eine Illusion von Unendlichkeit. In umgekehrter Richtung haben beide Schneisen den Mittelbau des Schlosses als point de vue. Diese drei Durchsichtslinien waren schon im französischen Garten vorhanden und wurden von Sckell in den Landschaftspark integriert, aber auch mit den Ahas über die Parkgrenzen hinaus erweitert.
Die Nördliche Durchsicht besteht aus einer Rasenschneise Richtung Westnordwest mit einem unregelmäßigen Gehölzsaum. Sie beginnt am Bassin des Mittelkanals westlich des Gartenparterres. Die Schneise führt den Blick über fast die gesamte Wasserfläche des Pagodenburger Sees. Ein Ha-Ha verlängert die Durchsicht über die Parkgrenze in die angrenzende Grünfläche.
Die Südliche Durchsicht besteht aus einer Rasenschneise Richtung Westsüdwest; sie beginnt ebenfalls am Bassin des Mittelkanals, öffnet sich jedoch weiter und führt über den Nordzipfel des größeren Badenburger Sees. Am Westufer des Sees wird die Sichtschneise als schmales Rasenband bis zur Parkgrenze geführt, wo sie ebenfalls über ein Ha-Ha verlängert wird.