Äbtissinnen

Nachfolgend einige besondere Ereignisse aus der 750jährigen Geschichte des Klosters.

  • 12. Oktober 1259: Gründungstag des Klosters
  • 7. Dezember 1259: Schriftliche Bestätigung der Gründung
  • 1. Juli 1262: Die Frauen von Wurmsbach werden in das Bürgerrecht der Stadt Zürich aufgenommen.
  • 26. Oktober 1266: Die erste Äbtissin Adelheid von Wesperspühl stirbt und wird in Kapitelsaal begraben.
  • 1281: Die Kirche wird eingeweiht.

  • 1311: Johannes Schön von Heslibach in Küsnacht tritt als Laienbruder ins Kloster ein.
  • 1387: Abt Burkard Wiss von Wettingen verklagt die Wurmsbacher Äbtissin Margareta Krieg, sie verweigere ihm den Gehorsam. Die Äbtissin bleibt jedoch im Amt.

  • 10. April 1416: Äbtissin Agnes von Grüningen erneuert das Burgrecht mit Zürich
  • Juni 1443: Schwyzer und Glarner rauben und plündern in den Wirren des Alten Zürichkriegs im Kloster.
  • April 1444: Bei der Belagerung von Rapperswil verlegen die Eidgenossen ihr Hauptquartier nach Wurmsbach, die Nonnen fliehen.
  • 1472: Der Stiftungsbrief wird in Lütisburg im Toggenburg von Notar Johannes Weber ins Deutsche übersetzt.

  • 25. November 1514: Elisabeth Jäckli von Küsnacht muss zur Annahme der Wahl als Äbtissin gezwungen werden; sie findet sich zu jung für das Amt.
  • Herbst 1531: Bildersturm im Kloster: Die Nonnen werden gezwungen, den Habit abzulegen. Zuerst müssen sie die weissen Kleider färben, später tragen sie weltliche Kleider.
  • In dieser Zeit wird eine Statue der Muttergottes an den Strand geschwemmt, die in einer Seegemeinde ins Wasser geworfen worden war.
  • 1578: Das Refektorium wird neu gebaut.
  • 1588: Bau des Gästehauses (heute der Lichthof), traditionsgemäss an der Stelle des ehemaligen Burgturmes.

  • 1600: Neubau der Kirche und der Äbtissin Maria Domeisen, die ihre Profess unter Abt Christoph Silberysen abgelegt hatte.
  • 1612: Der Äbtissinnentrakt wird gebaut.
  • 17. Januar 1616: Nach einer langen Auseinandersetzung mit dem Rat von Rapperswil behält Wurmsbach das Recht, Kandidatinnen aufzunehmen.
  • 1620: Der Kreuzgang ist neu gebaut.
  • 1619: Die Mauer um den Garten wird gebaut, um das Kloster besser zu schützen.
  • 25. Januar 1629: Die Äbtissin ersucht den Rat von Zürich, Wurmsbach das zu stellende Kriegspferd zu erlassen, da es durch Bauen in schwere Schulden geraten sei.
  • Januar 1656: Belagerung von Rapperswil: Die Nonnen fliehen, da 300 Zürcher das Wurmsbach besetzen. Ein Angriff der Schwyzer am 16. Januar wird abgewehrt. Die Zerstörungen durch die Zürcher sind gross; unter anderem werden sechs Altäre weggeführt.
  • 24. April 1657: Wurmsbach erhält 300 Silberkronen aus päpstlichen Hilfsgeldern.
  • 1666: Im Gästehaus wird ein neuer prächtiger Festsaal eingeweiht.
  • 1678: schwere Zwistigkeiten mit dem Rat von Rapperswil. Es geht um Verkäufe von Holz, Heu und Stroh. Eine Einigung wird erst 1688 erzielt.

  • 22. Juni 1718: Ein Blitz schlägt in den Kirchturm ein und bringt die Glocken, die Uhr und den oberen Teil der Orgel zum Schmelzen. Ein Feuer kann dank dem schnellen Eingreifen verhindert werden.
  • 5. Mai 1738: Bestimmungen über eine strengere Klausur werden erlassen.
  • 1765: Die Kirche wird umgebaut und eine neue Orgel wird angeschafft.
  • 28. Januar 1769: Die Äbtissin Maria Anna Müller reitet mit zwei Schwestern nach Zurzach, um die ihnen vom Bruder einer Schwester versprochenen 1000 Gulden persönlich abzuholen.
  • 1779: Am Gästehaus und Äbtissinnentrakt werden Umbauarbeiten ausgeführt.
  • 1781: Weil das Kloster ohne Genehmigung der Rapperswiler Steine für den Bau der Grossmünstertürme liefert, kommt es zu einem neuen Streit.
  • 8. Juli 1789: Das Kloster unter der Äbtissin Rosa Romana Schleuniger ruft die Schirmherrschaft in Zürich an, da der Magistrat von Rapperswil Wurmsbach unter seine Jurisdiktion bringen will. Räte von Zürich, Bern und Glarus schreiben 1792 an Rapperswil, dass sie deren Ansprüche «überspannt» fänden und rufen zu einer Einigung auf. Die Auseinandersetzungen ruhen für einige Jahre.
  • 1796: Der Magistrat verbietet dem Kloster, weiterhin französische Emigranten zu beherbergen.
  • 28. April 1798: 1600 Glarner kommen im Kloster an und werden so gut es geht bewirtet. Die Schwestern fliehen.
  • 1790: Das Direktorium (Helvetische Republik)hebt alle Klöster auf; im Sommer rauben und plündern die Rapperswiler im Kloster.
  • 14. Juli 1790: Ein Dekret des Direktoriums erlaubt den Schwestern die Rückkehr ins Kloster.
  • 31. Mai 1799: Kaiserliche Truppen, 11'000 Mann, versammeln sich nachts um das Kloster, der Generalstab wurde bewirtet. Die Einquartierungen dauern bis zum September, dann wird das Lazarett ins Kloster verlegt.

  • 1803: Das Kloster erhält den Hauptteil seines Archivs von Rapperswil zurück, der Grosse Rat des Kantons St. Gallen gibt dem Kloster die Selbstverwaltung zurück und Wurmsbach gelangt wieder zu einer erträglichen Existenz.
  • 1817: Im Hungerjahr wird innerhalb des Klosters Sumpfland zu Gärten umgewandelt. Es herrscht grosser Geldmangel, viele Bedienstete verlassen das Kloster. Aus Mehl von Kartoffelschalen wird ein Brei gekocht. Eine Schilderung der Ereignisse wird 1910 in der Kugel des Kirchturms gefunden.
  • 20. Februar 1835: Vertreter des Siebnerkonkordats bestimmen, dass Wurmsbach nur 20 Schwestern zählen darf; ab 1841 sind es 27.
  • 11. Mai 1836: Ein Brand zerstört die Mühle des Klosters, drei Kinder des Pächters kommen ums Leben.
  • 4. November 1843: Die «Töchterlehranstalt» wird mit sechzehn Mädchen und zwei Lehrerinnen eröffnet. Directrice ist Mme. Weber.14. Februar 1880: Unter Äbtissin Aloisia Müller wird das Pekulium (Privateigentum) abgeschafft und 1883 die strenge Klausur eingeführt; die jährlichen Fahrten nach Einsiedeln in geschlossenen Kutschen werden eingestellt.
  • 23. Mai 1892: Sieben Internatsschülerinnen ertrinken bei einer Bootsfahrt auf dem Zürichsee.
  • Sommer 1897: Als erstes Unternehmen der Region schafft Wurmsbach landwirtschaftliche Maschinen an: Mäh- und Wendemaschinen werden gekauft.

  • 13. März 1907: Im Kloster wird fliessendes Wasser eingerichtet; das Wasser wird aus 1700 m Entfernung hergeleitet.
  • 1908: Das Mühlwerk der Klostermühle wird für 3000 Franken verkauft und die Mühle geschlossen, sie ist nicht mehr konkurrenzfähig. Sie wird als bäuerlicher Pachtbetrieb weitergeführt.
  • November 1909: in der Kirche und den angrenzenden Räumen wird eine Warmwasserheizung eingerichtet.
  • 15. Juni 1910: Hochwasser, im Kapitelsaal musste den ganzen Tag Wasser geschöpft werden.
  • 24. Dezember 1910: Zum ersten Mal erstrahlt das Kloster im elektrischen Licht.
  • 23. September 1913: Die Scheune fällt einem Brand zu Opfer, Kirchenschatz und Archiv werden im Wäldchen in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr blieb drei Tage auf dem Platz; vermutet wird Brandstiftung.
  • 29. Juli 1917: Wurmsbach nimmt für ein Jahr 14 flämische Mädchen auf. Später erhält das Kloster eine Verdienstmedaille von Königin Elisabeth von Belgien und ein Dankesschreiben.
  • 13. November 1918: Während des Landesstreiks werden 20 Soldaten im Kloster einquartiert.
  • 1922: Im Sommer dürfen die Klosterfrauen zum ersten Mal seit Einführung der strengen Klausur 1883 das Kloster zum Obstsammeln verlassen: Zahlreiche Dienstboten wurden entlassen, weil die Löhne nicht mehr bezahlt werden konnten.
  • Unter Äbtissin Scholastica Höchle zählt das Kloster die meisten Mitglieder: 60 bis 64. Die Zahl der Schülerinnen jedoch geht auf 20 zurück, was keinen rentablen Schulbetrieb mehr erlaubt: Das Kloster steht vor dem wirtschaftlichen Ruin.
  • 18. Januar 1943: Äbtissin Scholastica stirbt im Alter von 88 Jahren. Sie hatte nach 36 Jahren im Amt am 2. September 1941 resigniert.
  • 1947: Die Buchhaltung des Klosters wird zeitgemäss reorganisiert. Mehrere bauliche und hygienische Veränderungen an Kloster und Schule werden vorgenommen.
  • 1956: Im ganzen Gebäudekomplex ist eine Zentralheizung installiert. Beim Installieren wird im Refektorium ein Teil der Renaissancefresken zerstört.
  • 7. Juni 1967: Die renovierte Kirche wird eingeweiht. Die Schwestern sind erstmals weiss-schwarz gekleidet.
  • 11. Oktober 1976: Das neue Institut ist fertig und wird bezogen.
  • 25. Dezember 1983: Das Refektorium ist neu renoviert und wird nach zweieinhalb Jahren wieder bezogen.

Wo kein Sterbedatum angegeben ist, ist anzunehmen, dass die betreffende Äbtissin im Amt verstarb. Von 1269 bis 1318 wird in den Urkunden kein Name einer Äbtissin genannt. In diese Zeit dürfte die Amtszeit der Äbtissin Mechtild von Fillingen fallen. In Nekrologium heisst es an einem 18. September ohne Jahresangabe: «Es ist hüt Jahrzit Frow Mechtilden von Fillingen, der eptissin, die hat uns geben zwei Quart Kernen.»

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